Pflichtteilsansprüche reduzieren – Kreis der Pflichtteilsberechtigten erweitern

Das Pflichtteilsrecht als garantierte Mindestbeteiligung naher Angehöriger oder des Ehepartners am Nachlass bereitet Erblassern bei der Regelung ihrer Erbfolge oft Kopfzerbrechen. Insbesondere empfindet es so mancher Erblasser als massiv störend, dass ihm das Gesetz kaum Möglichkeiten lässt, das Pflichtteilsrecht zu umgehen. Liegen die Voraussetzungen für einen Entzug des Pflichtteils nach § 2333 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht vor, dann erhält ein naher Angehöriger bzw. der Ehegatte nach Eintritt des Erbfalls zumindest seinen Pflichtteil, so sehr dies dem Erblasser auch missfallen mag.

Kann der Erblasser aber den Pflichtteilsanspruch beispielsweise eines eher missratenen Abkömmlings nicht ausschließen, so gibt es doch Strategien, wie man den Pflichtteil für die Nachkommen zumindest schmälern kann.

Die Höhe des Pflichtteils bemisst sich maßgeblich nach zwei Faktoren: Zum einen ist der Nachlasswert entscheidend, zum anderen wird danach gefragt, wie hoch der gesetzliche Erbteil des Pflichtteilsberechtigten wäre, wenn er nicht im Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen worden wäre, § 2303 BGB.

Je kleiner der Nachlasswert und je kleiner der Erbteil des Pflichtteilsberechtigten ist, desto geringer fällt der Pflichtteilsanspruch im Erbfall aus.

Nachlasswert schmälern – Pflichtteil minimieren

Der Erblasser kann also den unvermeidlichen Pflichtteil dadurch schmälern, indem er sein Vermögen noch zu Lebzeiten im Wert reduziert. Oft wird dies aber kein praktikabler Weg sein, da es dem Erblasser ja in der Regel darum geht, sein Vermögen zusammen zu halten und nach Möglichkeit ungeschmälert auf den oder die auserkorenen Erben zu übertragen.

Auch helfen lebzeitige Schenkungen dem Erblasser nur bedingt zum Zweck der Minimierung von Pflichtteilsansprüchen, da der Pflichtteilsberechtigte wegen Schenkungen, die während der letzten zehn Jahre vor dem Erbfall getätigt wurden, einen so genannten Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB geltend machen kann.

Mehr Pflichtteilsberechtigte – Kleinerer Pflichtteil

Funktioniert also die Schmälerung des Nachlasses in der Regel nicht wirklich, um unvermeidliche Pflichtteilsansprüche möglichst gering ausfallen zu lassen, so kann der Erblasser darüber nachdenken, den Kreis derjenigen Personen zu erweitern, die dem Grunde nach berechtigt sind, einen Pflichtteil zu fordern. Je mehr pflichtteilsberechtigte Personen vorhanden sind, desto kleiner wird der Pflichtteil eines jeden einzelnen Pflichtteilsberechtigten.

Dabei geht es für den Erblasser in der Regel nicht darum, alleine zum Zweck der Minimierung von Pflichtteilsansprüchen weiteren Nachwuchs in die Welt zu setzen. Es gibt über diese biologische Lösung aber noch weitere Maßnahmen, mit denen man neue Pflichtteilsberechtigte erzeugen kann.

Eheschließung schafft Pflichtteilsberechtigten

So erwirbt ein Ehegatte oder auch der eingetragene Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft mit zustande kommen des Ehebundes ein gesetzliches Erbrecht und gehört auch ab diesem Zeitpunkt zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten.

Ist der Erblasser unverheiratet, dann kann durch die Eingehung einer Ehe ein unerwünschter Pflichtteilsanspruch eines Dritten unmittelbar und merklich geschmälert werden.

Vereinbart der Erblasser mit dem frisch angeheirateten Partner gleichzeitig einen notariellen Pflichtteilsverzicht nach § 2346 Abs. 2 BGB, dann hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Er kann (nicht muss) den Ehepartner nach Belieben durch Anordnungen in seinem Testament an seinem Nachlass teilhaben lassen und gleichzeitig ist sichergestellt, dass der Pflichtteil, zum Beispiel für ein entfremdetes Kind, nachhaltig verkleinert wird.

Adoption oder Vaterschaftsanerkennung

Den gleichen Effekt kann der Erblasser durch die Adoption eines Kindes oder eines Erwachsenen bzw. durch die Anerkennung einer Vaterschaft erzielen. Beide Maßnahmen führen wiederum zu einer Erweiterung des Kreises der Pflichtteilsberechtigten und reduzieren so die Pflichtteilsansprüche vorhandener Pflichtteilsberechtigter.

Das könnte Sie auch interessieren:
Kann man Pflichtteilsansprüche als Erblasser vermeiden oder reduzieren?
Pflichtteilsversicherung – Erblasser sichert den Erben ab
Wie verhindert man Pflichtteilsansprüche der Kinder beim gemeinschaftlichen Testament?
Über 500 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München
Tel.: 089-20 500 855 70

Wir möchten uns sehr bei Ihnen bedanken, dass Sie sich unserer Sache angenommen haben. Wir fühlten uns bei Ihnen in besten Händen!

J.M. aus Holzkirchen

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Ohne die überaus kompetente, freundliche und unkomplizierte Hilfe von Herrn Dr. Weißenfels hätten wir die Regelung unserer Erbschaft in Deutschland und Österreich nicht hinbekommen. Die ganze Familie dankt Ihnen sehr herzlich und kann Ihre Kanzlei nur weiterempfehlen.

E.N. aus Krailling

Ich danke Herrn Dr. Weißenfels von Herzen, dass er nichts unversucht lässt, um die aus einem verunglückten Übergabevertrag resultierenden Nachteile erfolgreich anzufechten.

G.L. aus Wolfratshausen

Super kompetenter Anwalt, sehr erfahren in erbrechtlichen Angelegenheiten, immer gut erreichbar und berät sehr schnell und vor allem verständlich. Ich bin mehr wie zufrieden und kann ihn nur weiterempfehlen.

H.H. aus Nürnberg

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht