Die gesetzliche Erbfolge in Frankreich

Hat der Erblasser in Frankreich kein Testament verfasst, richtet sich die Erbfolge nach dem Gesetz, wobei mehrere Fallgestaltungen zu unterscheiden sind:

Der Erblasser hinterlässt einen Ehegatten

Sind aus der Ehe gemeinsame Kinder hervorgegangen, kann der Ehepartner nach seiner Wahl entweder das gesamte Erbe als Nießbrauch beanspruchen oder ¼ als Volleigentum. Nießbrauch bedeutet, dass der Ehepartner das Vermögen nutzen bzw. die Früchte ziehen kann (Zinsen aus Guthaben, Dividenden, Mieten) etc., aber über das Vermögen nicht verfügen darf.

Der Ehegatte muss innerhalb von 3 Monaten seine Entscheidung treffen. Erklärt er sich nicht, geht das Gesetz davon aus, dass er sich für das Nießbrauchrecht entschieden hat.

Hatte der Erblasser Kinder aus einer anderen Beziehung, steht dem Ehegatten lediglich ¼ Volleigentum am Erbe zu. Ein Nießbrauchrecht scheidet aus.

Sind keine Kinder vorhanden, aber leben die Eltern des Erblassers noch, erhält der Ehepartner ½ des Erbes und die Eltern jeweils ¼. Lebt nur ein Elternteil, erbt der Ehegatte ¾ und der überlebende Elternteil ¼.

Sind weder Kinder, noch Enkel, noch Vater und Mutter vorhanden, erbt der überlebende Ehegatte das gesamte Erbe. Hat allerdings der Erblasser von seinen Eltern Schenkungen erhalten oder geerbt, erben die überlebenden Geschwister die Hälfte dieser Vermögensgegenstände bzw. deren Kinder oder Enkel.

In allen beschriebenen Fällen hat der überlebende Ehegatte das Recht zur kostenlosen Nutzung der letzten gemeinsamen Ehewohnung und zwar für die Dauer eines Jahres. Ist die Wohnung gemietet, müssen die Erben für diesen Zeitraum die Miete bezahlen. Innerhalb dieses Jahres kann der Ehepartner erklären, bis zu seinem Tode die Wohnung sowie das Mobiliar nutzen zu wollen. Der überlebende Ehegatte kann diese Wohnung sogar in bestimmten Fällen vermieten, um über ein notwendiges Einkommen z.B. für ein Altersheim verfügen zu können. Der Wert der Wohnung wird allerdings auf seinen Erbteil angerechnet.

Der Erblasser war nicht verheiratet

 In diesem Fall ist das gesetzliche Erbrecht wie folgt geregelt:

Erben sind:

  • Kinder und ihre Abkömmlinge
  • Vater und Mutter; Geschwister und deren Abkömmlinge
  • Verwandte in aufsteigender Linie
  • Andere Verwandte in Nebenlinie

Der Erbe der vorgehenden Rangordnung schließt alle anderen aus.

Lebenspartnerschaften

Auch in Frankreich besteht die Möglichkeit, dass Lebenspartner miteinander einen Vertrag abschließen, in dem bestimmte vermögensrechtliche Fragen geregelt sind.

Allerdings gewährt diese Lebenspartnerschaft (sogenannter pacte civil de solidarité =Pacs) keine Erbenstellung.

Eine erbrechtliche Regelung kann daher nur über ein Testament erfolgen.

Dieser Beitrag stammt von Herrn Rechtsanwalt Gerhard Turek, Paris

Das könnte Sie auch interessieren:
Die gewillkürte Erbfolge nach französischem Recht
Wird ausländisches Vermögen besteuert?
Unterliegt man der Erbschaftsteuer auch im Ausland?

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Für die erfolgreiche Vertretung in meinem Nachlassverfahren ein herzliches DANKE! Herr Dr. Weißenfels arbeitet äußerst professionell, zielbewusst und prägnant. Hervorheben möchte ich auch die stets freundliche, zuverlässige und zeitnahe Kommunikation. Ich habe mich bei ihm zu jeder Zeit "gut aufgehoben" gefühlt.

K.H. aus Marktsteft

Die Professionalität und überaus kompetente Vorgehensweise von Herrn Dr. Weißenfels haben mir meinen Pflichtteil der Erbschaft ermöglicht. Da ich in Österreich lebe und die Erbschaft aus Deutschland kam, wurde mir von ihm in unkompliziertem Schriftverkehr in kürzester Zeit geholfen.

W.J. aus Wien

Ich habe mich bei Ihnen auch dank Ihrer sehr gründlichen Befassung mit dem Hintergrund meines Anliegens auf Grundlage umfangreicher Briefwechsel und Unterlagen, bei gleichzeitig umsichtigen Vorgehen stets in guten und verantwortungsbewussten Händen gewusst.

A.P. aus Wiesbaden

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht