Das internationale Erbschaftsteuerrecht

1. Wird ausländisches Vermögen in Deutschland besteuert ?

Eine Steuerpflicht zur Zahlung der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer besteht in Deutschland, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes bzw. der Schenker im Zeitpunkt der Schenkung ein so genannter Inländer war. Der Erblasser bzw. der Schenker ist Inländer, wenn er im Besteuerungszeitpunkt in Deutschland einen Wohnsitz oder einen gewöhnlichen Aufenthalt hatte oder als deutscher Staatsangehöriger noch nicht länger als 5 Jahre im Ausland lebte. Ist der Erblasser ein Inländer, so unterliegt der gesamte Nachlass der deutschen Erbschaftsteuer, unabhängig davon, ob die Vermögensbestandteile im Inland oder im Ausland gelegen sind.

Beispiel:
Der italienische Staatsangehörige Pasquale hat seinen alleinigen Wohnsitz in Deutschland. Er wird von seinen beiden Söhnen Alfredo und Marco beerbt. Alfredo wohnt in Deutschland, Marco hingegen in Italien. Zu dem Nachlass gehört ein Mehrfamilienhaus in Deutschland, eine Ferienwohnung in Italien und eine 50 %-ige Beteiligung an einer deutschen GmbH.

Beide Söhne müssen in Deutschland die Erbschaftsteuer entrichten, da der Vater Pasquale zur Zeit des Todes Inländer war. Auf die Inländereigenschaft der Söhne kommt es somit nicht an. Die Steuerpflicht umfasst den gesamten Nachlass und somit alle Vermögensgegenstände in Deutschland und in Italien.

Selbst wenn der Erblasser oder Schenker nicht Inländer, trifft aber den Erwerber die Steuerpflicht zur Zahlung der deutschen Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer, wenn dieser die Inländereigenschaft aufweist.

2. Die mehrfache Besteuerung des Vermögens bei Auslandsbezug

Jeder Staat hat sein eigenes Internationales Erbschaftssteuergesetz, welches die Besteuerung des grenzüberschreitenden Erbfalls regelt. Die Erbschaftssteuersysteme der einzelnen Staaten sind nicht aufeinander abgestimmt. Es kann daher vorkommen, dass es bei einem Erbfall mit Auslandsbezug zu einer Besteuerung in mehreren Staaten kommt. Ursachen für eine Mehrfachbesteuerung können sein:

  • Der Erblasser ist in einem anderen Staat ansässig als der Erbe;
  • Nachlassgegenstände befinden sich abweichend vom Wohnsitz des Erblassers und/ oder Erbens in einem anderen Staat;
  • Staatsangehörigkeit und Wohnsitz von Erblasser und/ oder Erbe fallen auseinander;
  • Ein- und derselbe Vorgang wird von einem Staat mit einer Einkommenssteuer und von einem anderen mit einer Erbschaftssteuer belastet;
  • die Erhebungsart der einzelnen Staaten unterscheidet sich. Ein Staat erhebt eine Nachlasssteuer, der andere Staat eine Erbanfallsteuer.

3. Welche Wirkung haben Doppelbesteuerungsabkommen?

Damit eine Doppelbesteuerung vermieden wird, wurden Doppelbesteuerungsabkommen zwischen verschiedenen Ländern abgeschlossen. Deutschland hat solche Doppelbesteuerungsabkommen mit Dänemark, Griechenland, Österreich, Schweden, der Schweiz und den USA abgeschlossen. Die Vermeidung einer Doppelbesteuerung wird je nach Abkommen unterschiedlich erreicht. Zumeist erfolgt eine Anrechnung der im Ausland gezahlten Steuer auf die in Deutschland zu zahlende.

Beispiel: Die deutsche Staatsangehörige Sophie erbt von ihrer in Deutschland wohnhaften Mutter ein Ferienhaus im Land X. Der Steuerwert im Land X und in Deutschland beträgt jeweils Euro 1.000.000,-, wobei der Erbschaftssteuersatz im Land X 15 % und in Deutschland 30 % beträgt.

Der Erbfall löst im Land X demnach eine Erbschaftsteuer von Euro 150.000,- aus, welche von Sophie im Land X zu entrichten ist. In Deutschland fällt eine Erbschaftssteuer von Euro 300.000,- an. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Land X wird die im Land X gezahlte Erbschaftsteuer auf die deutsche Erbschaftsteuer angerechnet, so dass Sophie in Deutschland nur noch Euro 150.000,- Erbschaftssteuer zu bezahlen hat.

Das könnte Sie auch interessieren:
Allgemeines zum internationalen Erbrecht
Welches Recht gilt für einen ausländischen Erblasser?
Erben in Spanien
Über 500 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München
Tel.: 089-20 500 855 70

Wir möchten uns sehr bei Ihnen bedanken, dass Sie sich unserer Sache angenommen haben. Wir fühlten uns bei Ihnen in besten Händen!

J.M. aus Holzkirchen

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Ohne die überaus kompetente, freundliche und unkomplizierte Hilfe von Herrn Dr. Weißenfels hätten wir die Regelung unserer Erbschaft in Deutschland und Österreich nicht hinbekommen. Die ganze Familie dankt Ihnen sehr herzlich und kann Ihre Kanzlei nur weiterempfehlen.

E.N. aus Krailling

Ich danke Herrn Dr. Weißenfels von Herzen, dass er nichts unversucht lässt, um die aus einem verunglückten Übergabevertrag resultierenden Nachteile erfolgreich anzufechten.

G.L. aus Wolfratshausen

Super kompetenter Anwalt, sehr erfahren in erbrechtlichen Angelegenheiten, immer gut erreichbar und berät sehr schnell und vor allem verständlich. Ich bin mehr wie zufrieden und kann ihn nur weiterempfehlen.

H.H. aus Nürnberg

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht