Betriebsvermögen oder landwirtschaftliches Vermögen vererben oder verschenken – Vorsicht vor der Einkommensteuerfalle!

Wenn man mit dem Gedanken spielt, Vermögen auf die nächste Generation zu übertragen, dann beschäftigt man sich ab einer gewissen Vermögenshöhe zwangsläufig auch mit steuerrechtlichen Vorgaben.

Die lebzeitige Übertragung von Vermögen oder der Erbvorgang können Schenkung- bzw. Erbschaftsteuer auslösen.

Wenn Vermögenswerte übertragen werden sollen, die über den vom Fiskus gemäß § 16 ErbStG (Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz) zugestandenen Freibeträgen (z.B. 500.000 Euro für Ehepartner; 400.000 Euro für Kinder) liegen und für die auch keine sonstigen Steuerbefreiungen oder Steuerbegünstigungen (z.B. für Familienheim oder Betriebsvermögen) gewährt werden, dann verdient der Staat an der Vermögensübertragung mit.

Der Umstand, dass beim Vererben oder Verschenken ab einer gewissen Vermögenshöhe Erbschaftsteuer- bzw. Schenkungsteuer anfällt ist ebenso unbeliebt wie weithin bekannt.

Erbfall löst Einkommensteuer aus

Eher unbekannt ist allerdings die Tatsache, dass ein Erbfall bei den Beteiligten im Einzelfall auch Einkommensteuer auslösen kann.

Insbesondere in den Fällen, in denen der Erblasser Betriebsvermögen oder land- bzw. forstwirtschaftliches Vermögen vererbt, kann es durch die nicht bedachte Aufdeckung so genannter stiller Reserven oder sonstiger Gewinnrealisierungen zu erheblichen Steuerforderungen kommen.

Stille Reserven werden regelmäßig – und vollkommen legal – durch Wertsteigerungen eines Wirtschaftsgutes während seiner Zugehörigkeit zu einem Unternehmen oder landwirtschaftlichen Betrieb gebildet.

Klassisches Beispiel einer stillen Reserve ist ein Betriebsgrundstück, das der Unternehmensgründer vor Jahrzehnten erworben und auf dem er seinen inzwischen florierenden Betrieb gegründet hat. In der Bilanz des Unternehmens ist dieses Grundstück mit seinem Anschaffungswert von 1 Mio. Euro ausgewiesen. Die Grundstückspreise sind in der Zwischenzeit aber gestiegen und mittlerweile ist das Grundstück 3 Mio. Euro Wert. Diese Wertsteigerung wird nie aufgedeckt und ausgewiesen und entsprechend auch nie versteuert.

Wird dieser – verdeckte – Gewinn aber vom Unternehmer eines Tages realisiert, dann fällt auf den Gewinn Einkommenssteuer an.

Im Normalfall wird der Unternehmer selber mit dieser Einkommensteuerforderung beispielsweise im Falle der Betriebsveräußerung bzw. Betriebsaufgabe konfrontiert.

Aufdeckung stiller Reserven bei der Vermögensnachfolge

Zu der Aufdeckung stiller Reserven kann es aber auch – vom Vermögensübergeber vollkommen unbeabsichtigt – bei der Vermögensnachfolge kommen.

Bei der vorweggenommen Erbfolge zu Lebzeiten des Erblassers ist es in aller Regel der Übergeber selber, der die Folgen einer mangelhaft geplanten Vermögensübertragung finanziell ausbaden muss.

Im Erbfall kann es jedoch der Alleinerbe oder der Miterbe sein, dem der - unbeabsichtigte - Entnahmegewinn vom Finanzamt zugerechnet wird. In diesen Fällen kann es zu Einkommensteuerforderungen gegen den Erben kommen, die weit über dem Wert der ohnehin zu bezahlenden Erbschaftsteuer liegen.

Das Vererben oder Verschenken von Betriebs- oder landwirtschaftlichem Vermögen sollte vor diesem Hintergrund immer eng von einer fundierten steuerrechtlichen Beratung begleitet werden.

Das könnte Sie auch interessieren:
Wann muss man Erbschaftsteuer bezahlen?
Welche Freibeträge kann man bei der Erbschaftsteuer geltend machen?
Nicht bis zum Erbfall warten – Vorteile einer Schenkung unter Lebenden
Über 800 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Für die erfolgreiche Vertretung in meinem Nachlassverfahren ein herzliches DANKE! Herr Dr. Weißenfels arbeitet äußerst professionell, zielbewusst und prägnant. Hervorheben möchte ich auch die stets freundliche, zuverlässige und zeitnahe Kommunikation. Ich habe mich bei ihm zu jeder Zeit "gut aufgehoben" gefühlt.

K.H. aus Marktsteft

Die Professionalität und überaus kompetente Vorgehensweise von Herrn Dr. Weißenfels haben mir meinen Pflichtteil der Erbschaft ermöglicht. Da ich in Österreich lebe und die Erbschaft aus Deutschland kam, wurde mir von ihm in unkompliziertem Schriftverkehr in kürzester Zeit geholfen.

W.J. aus Wien

Ich habe mich bei Ihnen auch dank Ihrer sehr gründlichen Befassung mit dem Hintergrund meines Anliegens auf Grundlage umfangreicher Briefwechsel und Unterlagen, bei gleichzeitig umsichtigen Vorgehen stets in guten und verantwortungsbewussten Händen gewusst.

A.P. aus Wiesbaden

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht