Welche Freibeträge kann man bei der Erbschaftsteuer geltend machen?

Jedem, der durch eine Erbschaft einen Vermögensvorteil erhält, steht ein so genannter Freibetrag zu. Bis zur Höhe dieses persönlichen Steuerfreibetrages bleibt der Erwerb demnach komplett steuerfrei. Jeder Erbe, Vermächtnisnehmer oder auch Pflichtteilsberechtigter muss also nicht ab dem ersten Euro, den er erhält, mit einer Schmälerung des Erwerbes durch das Finanzamt rechnen.

Ähnlich wie bei den Steuersätzen bevorzugt das deutsche Steuerrecht dabei auch im Hinblick auf die dem einzelnen zugestandenen Freibeträge näher mit dem Erblasser verwandte Personen bzw. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gegenüber weiter oder gar nicht verwandten Personen. Je näher man dem Erblasser steht, desto höher ist der Freibetrag, den man geltend machen kann.

So beträgt der Freibetrag nach § 16 ErbStG (Erbschaftsteuer – und Schenkungssteuergesetz)

  • 500.000 Euro für Eheleute und den eingetragenen Lebenspartner,
  • 400.000 Euro für Kinder und Stiefkinder und für die Abkömmlinge von verstorbenen Kindern und Stiefkindern,
  • 200.000 Euro für die Enkel und die Kinder von Stiefkindern,
  • 100.000 Euro für Eltern und Voreltern (Groß- und Urgroßeltern),
  • 20.000 Euro für Geschwister, Kinder von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern und der geschiedene Ehegatte,
  • 20.000 Euro für alle anderen Erwerber.

Die vorstehenden Freibeträge können alle zehn Jahre aufs Neue und in voller Höhe geltend gemacht werden. Diese Regelung ist vor allem dann interessant wenn der Erwerber von dem Erblasser in der Vergangenheit und vor dem Erbfall bereits eine steuerpflichtige Schenkung erhalten hat. Liegt diese Schenkung mehr als zehn Jahre zurück, so kann der Erwerber auch im Erbfall nochmals den vollen Steuerfreibetrag für sich in Anspruch nehmen. Dies bedeutet, dass man bei der Übertragung des eigenen Vermögens den Anfall von Erbschaftsteuer vermeiden oder zumindest reduzieren kann, wenn man bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte auf die nächste Generation überträgt (vorweggenommene Erbfolge).

Neben den persönlichen Freibeträgen gewährt das Gesetz dem Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner und den Kindern des Erblassers bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres einen so genannten Versorgungsfreibetrag. Der Begriff „Versorgungsfreibetrag“ ist dabei vom Gesetzgeber etwas unglücklich gewählt, hat dieser Freibetrag doch grundsätzlich nichts mit der Versorgung von Erben zu tun. Der Versorgungsfreibetrag ist vielmehr ein ganz normaler Steuerfreibetrag, der, bei Vorliegen der Voraussetzungen, von dem überlebenden Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner und den Kindern des Erblassers geltend gemacht werden kann.

Der Versorgungsfreibetrag beträgt nach § 17 ErbStG

  • beim überlebenden Ehegatten und eingetragenen Lebenspartner 256.000 Euro

Dieser Freibetrag von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern wird allerdings um den so genannten Kapitalwert derjenigen Versorgungsbezüge gekürzt, die nicht der Erbschaftsteuer unterliegen. Hinter dieser Anrechnungsbestimmung verbergen sich in erster Linie Rentenleistungen, die an den Überlebenden aus Anlass des Todes gezahlt werden (z.B. Hinterbliebenenbezüge, Witwenrente aus gesetzlicher Rentenversicherung oder Beamtenversorgung).

Kindern des Erblassers wird gemäß § 17 ErbStG ein Versorgungsfreibetrag gestaffelt nach ihrem Alter gewährt.

Der Versorgungsfreibetrag für Kinder beträgt

  • 52.000 Euro bei Kindern bis zu fünf Jahren,
  • 41.000 Euro bei Kindern zwischen fünf und zehn Jahren,
  • 30.700 Euro bei Kindern zwischen zehn und fünfzehn Jahren,
  • 20.500 Euro bei Kindern zwischen fünfzehn und zwanzig Jahren,
  • 10.300 Euro bei Kindern zwischen zwanzig und siebenundzwanzig Jahren

Auch der für Kinder gewährte Versorgungsfreibetrag wird gegebenenfalls um den so genannten Kapitalwert derjenigen Versorgungsbezüge gekürzt, die nicht der Erbschaftsteuer unterliegen.

Die vorstehenden persönlichen und Versorgungsfreibeträge werden nur bei unbeschränkter Steuerpflicht gewährt. Greift nur die auf das Inlandsvermögen bezogene beschränkte Steuerpflicht für Personen, die im Ausland leben, so gilt ein Freibetrag in Höhe von lediglich 2.000 Euro, § 16 Abs. 2 ErbStG.

Das könnte Sie auch interessieren:
Erbschaftsteuer - Höhe der Steuer - Freibeträge für Erben
Die Steuerbefreiung bei der Vererbung von Wohnimmobilien
Anzeigepflichten gegenüber dem Finanzamt in Zusammenhang mit einer Erbschaft
Über 600 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München
Tel.: 089-20 500 855 70

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Ohne die überaus kompetente, freundliche und unkomplizierte Hilfe von Herrn Dr. Weißenfels hätten wir die Regelung unserer Erbschaft in Deutschland und Österreich nicht hinbekommen. Die ganze Familie dankt Ihnen sehr herzlich und kann Ihre Kanzlei nur weiterempfehlen.

E.N. aus Krailling

Ich danke Herrn Dr. Weißenfels von Herzen, dass er nichts unversucht lässt, um die aus einem verunglückten Übergabevertrag resultierenden Nachteile erfolgreich anzufechten.

G.L. aus Wolfratshausen

Super kompetenter Anwalt, sehr erfahren in erbrechtlichen Angelegenheiten, immer gut erreichbar und berät sehr schnell und vor allem verständlich. Ich bin mehr wie zufrieden und kann ihn nur weiterempfehlen.

H.H. aus Nürnberg

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht