Privates oder notarielles Testament – Gemeinsames Testament oder Erbvertrag – Wie soll man seine Erbfolge regeln?

  • Am einfachsten: Das private und eigenhändige Testament
  • Mit Kosten verbunden: Das notarielle Testament
  • Vorsicht Bindungswirkung: Das gemeinschaftliche Testament und der Erbvertrag

Wenn man seine letzten Angelegenheiten regeln will, dann stellt einem das deutsche Erbrecht verschiedene Handlungsvarianten zur Verfügung.

Die bequemste – aber mit Sicherheit oft schlechteste – Alternative besteht darin, gar nichts zu tun. Wer seine Erbfolge nicht in einem Testament oder Erbvertrag regelt, der setzt alleine auf die im Gesetz geregelte so genannte gesetzliche Erbfolge. Bei der gesetzlichen Erbfolge gilt der Grundsatz, dass die Familie bzw. die Verwandten des Erblassers nach dem Eintritt des Erbfalls das vorhandene Vermögen erben.

Jeder, der seine Erbfolge aber abweichend von den zuweilen etwas starren gesetzlichen Regelungen gestalten will, muss sich mit den Themen Testament bzw. Erbvertrag auseinander setzen.

Mittels Testament oder Erbvertrag kann man seinen letzten Willen zielgenau umsetzen. Es gibt dabei verschiedene Formen von Testamenten. Die wesentlichen Unterscheidungskriterien dieser verschiedenen Formen von letztwilligen Verfügungen sind die entstehenden Kosten und die Bindungswirkung, die mit den einzelnen Testamentsformen verbunden sind.

Das private eigenhändige Testament

Es gibt einen ganz einfachen und auch kostengünstigen Weg, die eigene Erbfolge zu regeln: Das private Testament.

Jeder Volljährige kann auf einem Blatt Papier seinen letzten Willen niederlegen. Wichtig ist, dass ein solches Testament nur dann wirksam ist, wenn es komplett handgeschrieben und vor allem auch unterschrieben ist. Ein solches privates Testament ist mit keinerlei Kosten verbunden.

Weiter erzeugt ein privates Einzeltestament auch keinerlei Bindungswirkung. Wenn es dem Testator gefällt, kann er sein Testament am Tag eins nach Errichtung des Testaments widerrufen und ein neues Testament verfassen.

Das notarielle Testament

Wenn man sich unsicher ist, welchen Inhalt ein Testament haben soll und wie ein Testament zu formulieren ist, kann man einen Notar aufsuchen und diesen bitten, ein notarielles Testament zu beurkunden.

Ein solches notarielles Testament ist nicht besser oder sicherer als ein eigenhändig errichtetes Testament. Die Rechtsfolgen, die von einem notariellen Testament ausgehen, sind dieselben wie bei einem privaten Testament.

Ein notarielles Testament kann ebenso wie ein privates Testament jederzeit widerrufen werden. Eine Bindungswirkung geht von einem notariellen Einzeltestament nicht aus.

Der große Unterschied zum privaten Testament besteht in den Kosten, die mit einem notariellen Testament verbunden sind. Nimmt man bei der Errichtung seines Testaments die Hilfe eines Notars in Anspruch, dann erhält man vom Notar eine Gebührenrechnung. Je nach Nachlasswert kann diese Rechnung auch einmal etwas höher ausfallen.

Das gemeinschaftliche Testament

Ehegatten (nicht Verlobte!) und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können eine besondere Art eines Testaments errichten: Das gemeinschaftliche Testament.

Dieses Testament kann sowohl privatschriftlicher (kostenfrei) als auch in notariell beurkundeter (kostenpflichtig) Form errichtet werden.

Im Vergleich zum Einzeltestament erzeugt ein gemeinsames Testament häufig eine Bindungswirkung in Bezug auf den Testamentsinhalt. Oft können einzelne erbrechtliche Regelungen zu Lebzeiten beider Eheleute und insbesondere nach dem Ableben des zuerst versterbenden Ehepartners nicht mehr ohne weiteres widerrufen oder geändert werden.

Die Eheleute, die sich für ein gemeinschaftliches Testament entscheiden, haben auf der einen Seite ein gewisses Maß an Gewissheit, dass die gemeinsam festgelegte Erbfolge auch so eintritt, wie im Testament wiedergegeben.

Auf der anderen Seite büßt man durch ein gemeinsames Testament regelmäßig auch einen Teil seiner Testierfreiheit ein.

Ändern sich Jahre oder auch Jahrzehnte nach Errichtung des gemeinsamen Testaments die Umstände, kann man oft nicht mehr so flexibel reagieren, wie bei einem Einzeltestament.

Der Erbvertrag

Entscheidet man sich dazu, seine Erbfolge durch einen Erbvertrag zu regeln, dann steht auch oft die Bindungswirkung im Vordergrund.

Ein Erbvertrag muss von einem Notar beurkundet werden und verursacht damit zwangsläufig Kosten.

Die Weitergabe des Vermögens an Erben wie Vermächtnisnehmer kann in einem Erbvertrag ebenso wie in einem Testament geregelt werden.

Wer sich bei der Regelung seiner Erbfolge binden will und damit auch in Kauf nimmt, zukünftig keine Änderungen mehr an der Erbfolgeregelung vornehmen zu können, sollte sich näher mit der Errichtung eines Erbvertrages beschäftigen.

Ein Erbvertrag kann dabei nicht nur erbrechtliche Pflichten des Erblassers enthalten, sondern auch Pflichten für denjenigen vorsehen, der in dem Erbvertrag als Erbe oder Vermächtnisnehmer bedacht wurde.

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