Das Honorar des gewerblichen Erbenermittlers

  • Erbenermittler verlangen regelmäßig einen bestimmten Prozentsatz vom Nachlasswert
  • Erbenermittler versucht mit den potentiellen Erben einen Vertrag zu schließen
  • Ohne Vertrag ist der Anspruch des Erbenermittlers wackelig

Nach einem Erbfall die Erben zu ermitteln, kann relativ kompliziert werden. Gerade in den Fällen, in denen der Erblasser keinen letzten Willen in Form eines Testaments oder Erbvertrags hinterlassen hat und damit die gesetzliche Erbfolge eingreift, können umfangreiche Recherchen erforderlich sein, um den Kreis der Erben zu bestimmen.

Wenn der Erblasser dann auch noch unverheiratet und kinderlos verstorben ist und ein Teil der weit verzweigten Verwandtschaft Deutschland bereits vor Jahren verlassen hat und ausgewandert ist, dann bedarf es manchmal monate- oder sogar jahrelanger Ermittlungen, bevor geklärt werden kann, wer die Rechtsnachfolge des Erblassers antritt.

Gestaltet sich die Ermittlung der Erben schwierig und besteht ein Sicherungsbedürfnis für den Nachlass, dann setzt das Nachlassgericht in aller Regel einen Nachlasspfleger ein.

Gleichzeitig wenden sich Nachlassgerichte aber auch an die Öffentlichkeit und suchen für einen Erbfall nach den passenden Erben. Durch einen entsprechenden Aushang an der Gerichtstafel, aber auch durch für jedermann einsehbare Veröffentlichung im Bundesanzeiger oder in Tageszeitungen werden potentielle Erben gebeten, sich zu melden.

Erbenermittler werden aktiv

Häufig führen solche Veröffentlichungen aber nicht dazu, dass sich die gesuchten Erben melden, sondern dass gewerblich tätige Erbenermittler auf den Plan treten.

Erbenermittler sind privat und auf eigenes Risiko arbeitende Agenturen, die ihr Geld unter anderem damit verdienen, unbekannte Erben zu ermitteln und diesen Erben ihr Wissen um die Erbschaft gegen einen bestimmten Obolus zu verkaufen.

Dabei treten Erbenermittler zuweilen an potentielle Erben heran und bieten diesen an, für eine Beteiligung an der zu erwartenden Erbschaft ihr Wissen über die Einzelheiten des Nachlasses preiszugeben.

Die Vergütungssätze dieser professionellen Erbenermittler sind dabei durchaus variabel. Im Regelfall werden prozentuale Beteiligungen am Nachlasswert zwischen 10% und 30% als Gegenleistung beansprucht.

Oft kommen auf dieser Basis Vereinbarungen zwischen dem Erben und dem Erbenermittler zustande. Der Erbe kommt auf diesem Weg in den Genuss der Erbschaft und der Erbenermittler erhält den vertraglich fixierten Anteil vom Kuchen und kann so seine bereits erfolgten Auslagen abdecken.

Honoraranspruch des Erbenermittlers auch ohne Vertrag?

Kitzlig wird es für den Erbenermittler aber immer dann, wenn sich der potentielle Erbe weigert, einen Vertrag mit dem Erbenermittler abzuschließen.

Der Erbenermittler ist dann seinerseits zwar nicht verpflichtet, dem von ihm angesprochenen Erben nähere Details zu der möglichen Erbschaft mitzuteilen.

Wenn sich der Erbe dann aber selber aufmacht, um festzustellen, wen er da möglicherweise beerbt haben könnte und wenn der Erbe mit diesen Bemühungen am Ende Erfolg hat, dann steht ein Vergütungsanspruch des Erbenermittlers auf ganz dünnen Beinen.

So erging es nämlich einem Erbenermittler in einem vom BGH im Jahr 1999 entschiedenen Fall (BGH, Urteil vom 23.9.1999, Az. III ZR 322/98).

Dort hatte sich ein Erbe nämlich geweigert, einen Vertrag mit dem Erbenermittler abzuschließen. Der Erbe machte sich selber auf die Suche und konnte am Ende eine Erbschaft im Wert von 95.000 DM realisieren.

Der Erbenermittler sah sich um den Lohn seiner Arbeit gebracht und verklagte den Erben auf einen Betrag in Höhe von 20% der Nachlasssumme.

BGH weist Klage des Erbenermittlers ab

Der BGH wies die Klage in dritter und letzter Instanz ab. Das Gericht verwies den Erbenermittler darauf, dass er keinen vertraglichen und insbesondere auch keinen gesetzlichen Anspruch auf die geltend gemachte Vergütung habe.

Der BGH vertrat die Auffassung, dass der Erbenermittler in solchen Fällen weder einen Anspruch aus so genannter Geschäftsführung ohne Auftrag nach den §§ 677 ff. BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) noch einen Bereicherungsanspruch nach den §§ 812 ff. BGB fordern könne.

Ohne Vertrag geht der Erbenermittler also regelmäßig leer aus.

Das könnte Sie auch interessieren:
Erben sind unbekannt oder Erbschaft ist vakant – Gericht ordnet Nachlasspflegschaft an
Die Sicherung des Nachlasses - Das Nachlassgericht schaltet sich ein
Das Erbrecht des Fiskus - Wenn der Staat die Erbschaft antritt - Staat als Erbe
Über 800 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Für die erfolgreiche Vertretung in meinem Nachlassverfahren ein herzliches DANKE! Herr Dr. Weißenfels arbeitet äußerst professionell, zielbewusst und prägnant. Hervorheben möchte ich auch die stets freundliche, zuverlässige und zeitnahe Kommunikation. Ich habe mich bei ihm zu jeder Zeit "gut aufgehoben" gefühlt.

K.H. aus Marktsteft

Die Professionalität und überaus kompetente Vorgehensweise von Herrn Dr. Weißenfels haben mir meinen Pflichtteil der Erbschaft ermöglicht. Da ich in Österreich lebe und die Erbschaft aus Deutschland kam, wurde mir von ihm in unkompliziertem Schriftverkehr in kürzester Zeit geholfen.

W.J. aus Wien

Ich habe mich bei Ihnen auch dank Ihrer sehr gründlichen Befassung mit dem Hintergrund meines Anliegens auf Grundlage umfangreicher Briefwechsel und Unterlagen, bei gleichzeitig umsichtigen Vorgehen stets in guten und verantwortungsbewussten Händen gewusst.

A.P. aus Wiesbaden

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht