Was tun, wenn sich die Erben nicht auf eine Verteilung einzelner Nachlassgegenstände einigen können?

  • Können sich die Erben nicht einigen, können einzelne Nachlassgegenstände versteigert werden
  • Alle Erben müssen einer Versteigerung zustimmen
  • Notfalls müssen unwillige Erben vorab auf Duldung verklagt werden

Die Zusammensetzung eines Nachlasses ist manchmal mindestens genauso kompliziert, wie die jeweiligen Persönlichkeiten der beteiligten Erben.

Wenn ein Erblasser seinen Erben ein beachtliches, aber gleichzeitig auch vielschichtiges Vermögen hinterlassen hat, dann kommt auf die Erben in Zusammenhang mit der Aufteilung der Erbschaft Arbeit zu.

Solange es sich bei dem Nachlass um Geldvermögen, Aktien und Wertpapiere handelt, sind die Erben zumeist in der glücklichen Lage, diese Vermögenswerte entsprechend den Erbquoten untereinander aufzuteilen.

Immobilien werden im Rahmen einer Teilungsversteigerung verwertet

Komplexer wird es schon, wenn zum Nachlass auch Immobilien gehören und sich die Erben nicht auf eine Verteilung oder Verwertung dieser Immobilien einigen können. Hier bleibt oft nur der Weg einer so genannten Teilungsversteigerung und einer nachfolgenden Verteilung des Versteigerungserlöses unter den Erben.

Einen ganz ähnlichen Weg wie bei einer Immobilie können Erben hinsichtlich beweglicher Nachlassgegenstände einschlagen, wenn sie sich untereinander nicht einig werden.

Auch bewegliche Nachlassgegenstände können versteigert werden

Auch im Hinblick auf bewegliche Nachlassgegenstände stellt das Gesetz ein Verfahren zur Verfügung, an dessen Ende ein zwangsweiser Verkauf des betroffenen Nachlassgegenstandes steht.

Befinden sich im Nachlass also beispielsweise wertvolle Antiquitäten, Schmuck oder Kunstgegenstände, dann können und sollten die Erben zunächst den Versuch unternehmen, diese Gegenstände untereinander aufzuteilen.

Scheitert ein solcher Versuch, dann ist die gesetzliche Regel in § 753 Abs. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für die Betroffenen von großem Interesse. Danach gilt folgendes:

Ist die Teilung in Natur ausgeschlossen, so erfolgt die Aufhebung der Gemeinschaft durch Verkauf des gemeinschaftlichen Gegenstands nach den Vorschriften über den Pfandverkauf.

Jeder Miterbe hat grundsätzlich das Recht, einzelne Nachlassgegenstände einem solchen Pfandverkauf zuzuführen und auf diesem Weg eine Verteilung des Erlöses zu ermöglichen.

Das Gesetz legt den Rahmen für eine Veräußerung fest

Der Pfandverkauf ist in den §§ 1233 ff. BGB geregelt. Der Verkauf eines Pfandes wird durch eine Versteigerung bewirkt, § 1235 BGB.

In der Praxis kann ein Pfandverkauf durch einen Gerichtsvollzieher oder einen öffentlichen Versteigerer durchgeführt werden, § 383 Abs. 3 BGB.

Vorab müssen allerdings alle Erben dem Pfandverkauf des betroffenen Nachlassgegenstandes zustimmen.

Alle Miterben müssen dem Pfandverkauf zustimmen

Weigert sich ein Miterbe seine Zustimmung zu erteilen, dann ist dieser Miterbe zunächst auf Duldung des Pfandverkaufs vor Gericht zu verklagen.

Nachdem ein zunächst unwilliger Miterbe kaum Möglichkeiten hat, sich gegen eine solche (mit Kosten verbundene) Klage zu verteidigen, kann alleine die Klageandrohung oft schon den Weg zu einer einvernehmlichen Einigung ebnen.

Kommt es doch zu einer Versteigerung des Nachlassgegenstandes, dann erfolgt der Zuschlag auf das Meistgebot.

Selbstverständlich darf jeder einzelne Miterbe im Rahmen der Versteigerung selber auch ein Gebot abgeben.

Ist der Nachlassgegenstand am Ende veräußert und sind auch alle Nachlassverbindlichkeiten reguliert, § 2046 BGB, dann kann eine Verteilung des Überschusses an die einzelnen Erben vorgenommen werden, § 2047 Abs. 1 BGB.

Das könnte Sie auch interessieren:
Eckpunkte bei der Auseinandersetzung einer Erbschaft unter mehreren Miterben
Die Erbengemeinschaft versilbert den Nachlass - Wie geht das?
Die Erbauseinandersetzung unter mehreren Erben – Die Verteilung des Nachlasses
Über 600 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Ohne die überaus kompetente, freundliche und unkomplizierte Hilfe von Herrn Dr. Weißenfels hätten wir die Regelung unserer Erbschaft in Deutschland und Österreich nicht hinbekommen. Die ganze Familie dankt Ihnen sehr herzlich und kann Ihre Kanzlei nur weiterempfehlen.

E.N. aus Krailling

Ich danke Herrn Dr. Weißenfels von Herzen, dass er nichts unversucht lässt, um die aus einem verunglückten Übergabevertrag resultierenden Nachteile erfolgreich anzufechten.

G.L. aus Wolfratshausen

Ich habe mich bei Ihnen auch dank Ihrer sehr gründlichen Befassung mit dem Hintergrund meines Anliegens auf Grundlage umfangreicher Briefwechsel und Unterlagen, bei gleichzeitig umsichtigen Vorgehen stets in guten und verantwortungsbewussten Händen gewusst.

A.P. aus Wiesbaden

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht