Ein Erbe bezahlt nach dem Erbfall alles – Kann er von den Miterben einen Ausgleich verlangen?

  • Ein Miterbe bezahlt Nachlassschulden oder trägt alleine Verwaltungskosten für den Nachlass
  • Das Gesetz liefert dem Erben einen Ausgleichsanspruch gegen seine Miterben
  • Alle Erben müssen sich an Ausgaben beteiligen

Es kommt vor, dass sich mehrere Erben um die Regulierung von Nachlassverbindlichkeiten oder auch die Verwaltung der Erbschaft mit sehr unterschiedlicher Intensität kümmern.

Während der eine Erbe die Schulden, die der Erblasser hinterlassen hat, aus eigenen Mitteln reguliert, halten sich weitere vorhandene Erben in dieser Frage höflich zurück.

Und geht es um Fragen der laufenden Verwaltung des Erbes, dann veranlasst oft ein Erbe das Notwendige, während andere Erben einfach auf Tauchstation gehen.

Verwaltung des Nachlasses verursacht Kosten

Derjenige Erbe, der sich kümmert, muss für seine Mühewaltung oft auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Wenn er sich beispielsweise als einziger Erbe die Bestattung des Erblassers organisiert, fallen hierfür Kosten an.

Reguliert der betroffene Erbe aus eigenen Mitteln ausstehende Verbindlichkeiten des Erblassers beim Finanzamt, so schmälert dies die Finanzen des Erben.

Und auch notwendige Verwaltungsmaßnahmen für den Nachlass sind in aller Regel nicht umsonst zu haben, sondern Kosten Geld.

Wie kann man weitere Erben an den Kosten beteiligen?

Der Erbe, der sich im Zusammenhang mit der Erbschaft – im Gegensatz zu seinen Miterben - finanziell engagiert, stellt sich oft aus nachvollziehbaren Gründen die Frage, ob er am Ende auf den entstandenen Kosten sitzen bleibt, oder ob seine Miterben mit ins Boot holen und von den Miterben einen Ausgleich verlangen kann.

Die Chancen für den Erben, der sich kümmert, seine Auslagen auf alle Erben zu verteilen, stehen regelmäßig sehr gut.

So kann der betroffene Erbe Kosten, die er für die laufende Verwaltung des Nachlasses vorgestreckt hat, nach §§ 2038 Abs. 2 i.V.m. 748 BGB unmittelbar gegen die Erbengemeinschaft geltend machen.

Aufwendungsersatzanspruch für laufende Verwaltungskosten

Ein solcher Aufwendungsersatzanspruch des betroffenen Erben ist unmittelbar zur Zahlung fällig. Der betroffene Erbe muss mit seiner Forderung insbesondere nicht solange zuwarten, bis der Nachlass aufgeteilt ist.

Der Anspruch nach §§ 2038 Abs. 2 i.V.m. 748 BGB beschränkt sich freilich auf diejenigen Mittel, die im Nachlass vorhanden sind.

Und auch für den Fall, wenn ein Miterbe bestehende Nachlassverbindlichkeiten aus eigenen Mitteln vor der Aufteilung des Erbes reguliert, steht im ein Ausgleichsanspruch gegen seine Miterben zu.

Miterben haften als Gesamtschuldner für Nachlassschulden

Der Ausgleichsanspruch resultiert für den zahlenden Erben aus § 426 Abs. 1 S. 1 BGB. Mehrere Miterben haften für Nachlassverbindlichkeiten grundsätzlich als so genannte Gesamtschuldner.

Soweit ein Gesamtschuldner die bestehende Schuld (des Nachlasses) reguliert, kann er von den anderen - ebenfalls gesamtschuldnerisch haftenden – Erben einen Ausgleich verlangen.

Ist die Erbschaft noch nicht aufgeteilt beschränkt sich die Haftung der anderen Erben wegen der Regelung in § 2059 Abs. 1 BGB allerdings auf den jeweiligen Erbteil der betroffenen Erben.

Die Erben sind mithin im Verhältnis ihrer Erbteile zum Ausgleich verpflichtet.

Wenn ein Erbe aber in Bezug auf bestehende Nachlassverbindlichkeiten mit Eigenmitteln in Vorlage gegangen ist und die Schulden für den Nachlass bezahlt hat, dann kann er auch aus dem ungeteilten Nachlass einen vollen Ausgleich einfordern, inklusive des Anteils, der auf seinen eigenen Erbteil fällt.

Das könnte Sie auch interessieren:
Ein Erbe wird für die Erbengemeinschaft tätig: Aufwendungsersatzanspruch gegen die Miterben
Die Erbengemeinschaft kann einen Verwalter bestellen
Darf ein Miterbe alleine den Nachlass verwalten?
Über 600 aktuelle Entscheidungen der Gerichte zum Erbrecht

Anwalt für Erbrecht
Rechtsanwalt Dr. Georg Weißenfels
Gründer des Erbrecht-Ratgebers
Maximilianstraße 2
80539 München
Tel.: 089-20 500 855 70

Mit Ihrer umsichtigen Hilfe haben wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können; entscheidend war dabei vor allem Ihr erstklassiges schriftsätzliches Vorbringen vor dem Nachlassgericht und Ihre zielgerichteten Verhandlungen mit den anderen Parteien zur Beilegung von festgefahrenen Gegensätzen.

G.v.U. aus Feldafing

Wir verdanken Herrn Dr. Weißenfels ein für alle Seiten positives Ende eines außergerichtlichen Vergleiches, zu dem es ohne seine Taktik und seine starke Positionierung der Fakten nie gekommen wäre. Wir würden Herrn Dr. Weißenfels mit seiner speziellen Kompetenz in Erbsachen jedem guten Freund weiter empfehlen.

D.K. aus Augsburg

Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche kompetente Unterstützung und sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Ich kann Sie an "ALLE Unwissenden in Sachen Erbe" mit gutem (bestem) Gewissen weiterempfehlen.

E.R. aus Teneriffa, Spanien

Ohne die überaus kompetente, freundliche und unkomplizierte Hilfe von Herrn Dr. Weißenfels hätten wir die Regelung unserer Erbschaft in Deutschland und Österreich nicht hinbekommen. Die ganze Familie dankt Ihnen sehr herzlich und kann Ihre Kanzlei nur weiterempfehlen.

E.N. aus Krailling

Ich danke Herrn Dr. Weißenfels von Herzen, dass er nichts unversucht lässt, um die aus einem verunglückten Übergabevertrag resultierenden Nachteile erfolgreich anzufechten.

G.L. aus Wolfratshausen

Super kompetenter Anwalt, sehr erfahren in erbrechtlichen Angelegenheiten, immer gut erreichbar und berät sehr schnell und vor allem verständlich. Ich bin mehr wie zufrieden und kann ihn nur weiterempfehlen.

H.H. aus Nürnberg

Hier ist man in guten Händen und die Beratung ist exzellent. Ein ehrlicher Anwalt!

M.P. aus München

Wir waren mit der Beratung äußerst zufrieden - Exzellent formulierte Schriftsätze - Zuverlässig in der Kommunikation. Die Ratschläge haben uns sehr weitergeholfen.

U. und F. C. aus München

Erbrecht