Kann ich die Erbschaft an Bedingungen knüpfen?

Der Erblasser kann eine Erbeinsetzung unter eine Bedingung stellen und auf diesem Weg seine Erben zu einer bestimmten Verhaltensweise veranlassen oder den Anfall der Erbschaft zeitlich hinauszögern. Man unterscheidet hier zwischen einer sogenannten auflösenden Bedingung einerseits und einer aufschiebenden Bedingung andererseits.

Bei einer aufschiebend bedingten Erbeinsetzung wird der Bedachte mit dem Erbfall nur dann Erbe, wenn auch die vom Erblasser in seinem Testament vorgesehene Bedingung bereits eingetreten ist. Dies kann durchaus zeitlich vor dem Erbfall liegen. Dem Erblasser sind dabei in der Wahl des Inhalts einer aufschiebenden Bedingung kaum Grenzen gesetzt. Der Inhalt der Bedingung darf lediglich nicht unmöglich oder unerlaubt sein. So kann der Erblasser beispielsweise anordnen, dass der Erbe seine Erbschaft erst dann antreten darf, wenn er ein gewisses Alter, z.B. die Volljährigkeit, erreicht hat. Ein weiteres Beispiel für eine aufschiebende Bedingung wäre eine Erbeinsetzung unter der Voraussetzung, dass der Erbe heiratet. Erst wenn diese Bedingung eingetreten ist, kann der Erbe die Erbschaft antreten.

Mit Hilfe einer auflösenden Bedingung kann der Erblasser ein bestimmtes Verhalten des Erbes nach Eintritt des Erbfalls beeinflussen. Im Falle der auflösenden Bedingung soll der Erbe die Erbschaft zwar mit dem Erbfall erhalten, aber grundsätzlich nur dann behalten dürfen, wenn er sich entsprechend dem Erblasserwillen verhält. Zu denken wäre hier zum Beispiel an eine testamentarische Anordnung, wonach der Erbe die Erbschaft nur dann behalten darf, wenn er eine dritte Person (z.B. die Ehefrau des Erblassers) nach dem Erbfall pflegt oder wenn der Erbe sich beispielsweise nicht wieder verheiratet. Auch bei der auflösenden Bedingung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Handelt der Erbe einer solchen auflösenden Bedingung zuwider, hat er das Erbe wieder herauszugeben.

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